Nun ist es endlich soweit…

die Schreib-Challenge für Promovierende startet heute mit der ersten Aufgabe!

Heute geht es um Deine Schreibstrategien

Tag 1 der Schreib-Challenge zeigt Dir unterschiedliche Schreibtechniken, die Du je nach Ziel und Tagesform in deiner Promotions-Schreibzeit einsetzen kannst.
Deine Schreibstrategie besteht in der geplanten Kombination unterschiedlicher Schreibtechniken zur Erreichung Deines Schreibziels. Gerade, wenn Du ein langfristiges Schreibprojekt wie eine Dissertation bewältigen möchtest, ist es sinnvoll für unterschiedliche Schreibaufgaben, bzw. Schreibphasen, zielführende Schreibtechniken zu nutzen! Ideal ist sogar, wenn Du vor dem Schreiben einplanst, welche Technik Du einsetzen möchtest.

Zu den Schreib-Partner_innenschaften: Du kannst Dir über die Pinnwand andere Schreibende suchen, mit denen Du zur gleichen Zeit schreibst. Das motiviert Dich und zeigt, dass Du nicht alleine bist. Außerdem kannst Du Dich nach dem Schreiben austauschen. Du entscheidest, was Du in Deiner Schreibzeit machst - Schreiben oder die Challenge-Aufgabe bearbeiten. Es ist nicht wichtig, dass Deine Schreibpartner_innen aus einer ähnlichen Fachdisziplin kommen. Vernetze Dich auch mit Promovierenden aus anderen Fächern, das funktioniert oft erstaunlich gut! Werde aktiv und finde Schreib-Partner_innen!
Das Thema heute:

Unterschiedliche Schreibtechniken:

Planen

„Planen als Schreibtechnik“ bedeutet, dass Du Dir einen Plan für das Schreiben machst. Dein Plan zum Schreiben kann z.B. eine Gliederung sein, die bereits  Überschriften, Stichworte oder Inhalte enthält. Zum Planen gehört aber auch eine Übersicht, in der Du vermerkst, was Du wann und wie schreiben wirst – quasi ein Schreib-Zeit-Plan, der sich nicht nur auf Zeiten, sondern auch auf Inhalte bzw. Textteile bezieht.

Dein Plan ist quasi Dein Leitfaden, nach dem sich Dein Schreibprozess richtet.  Planung bedeute, eine Gliederung zu machen, einen Zeitplan oder einen Schreib-Zeit-Plan zur Strukturierung Deiner Arbeit. Hilfreiche Pläne findest Du hier im laufe der Schreib-Challenge oder auf der Webseite Coachingzonen-Wissenschaft.

Planen ist immer eine wichtige Strategie im Schreibprozess der Promotion!

Versionen schreiben

Bei der Strategie „Versionen-Schreiben“, bzw. Mehrere-Versionen-Schreiben geht es darum, zu einer Idee (z.B. einer Überschrift) mehrere Versionen zu schreiben. Also quasi zu einer Überschrift/einem Thema eine erste Version zu schreiben und danach vielleicht eine zweite Version und vielleicht auch noch eine dritte und vierte Version.

Meist wird das Versionen-Schreiben nicht geplant, sondern passiert eher zufällig, denn kaum jemand weiß bei der ersten Version schon, dass noch eine weitere Version folgen wird. Versionen-Schreiben ist dann sinnvoll, wenn Du immer weiter auf den Punkt kommen und das Profil des Textes schärfen willst. Das Schreiben mehrerer Versionen eignet sich oft nicht für lange Texte, sondern für einzelne Sätze oder Absätze. Diese Technik ist sinnvoll einsetzbar, wenn Du mit Deinem Text nicht zufrieden bist und auch das Überarbeiten nicht so recht klappen will. Dann schreibst Du den Text, z.B. einen Absatz, oder ein Unterkapitel eben nochmal neu – das kann manchmal sehr viel einfacher sein, als ewig daran „herumzudoktern“ (oder heißt das etwa deswegen Doktorarbeit :-)?
Praktisch ist es, in kurzer Zeit viel Text produzieren zu können und nicht großartig vorzubereiten oder strukturieren zu müssen.

Mit dieser Technik kannst Du Dir auch eine Idee erschließen. Denkbar ist der Einsatz des Versionen-Schreibens nämlich auch für Themen, bei denen Du noch nicht weißt, ob Du sie für Deine Dissertation brauchst. Versionen sind ebenfalls prima, um bei einzelnen Inhalten schrittweise konkreter zu werden und um Version für Version „zu verdichten“.

Bleibe im Schreibfluss und arbeite mit einer der Versionen z.B. der letzten Version weiter. Es hilft manchmal auch, den Text/die Version ein wenig liegen zu lassen und dann mit etwas Abstand wieder daran zu gehen.

Das Mehr-Versionen-Schreiben erleichtert es, solche Themen in Text zu gießen, bei denen Du Dir noch nicht im Klaren bist, wo es hingehen soll. Es erleichtert auch, überhaupt etwas zu schreiben. Weil Du Dich mit einer Version nicht sofort entscheiden musst, kannst Du Dir erlauben, in einen Schreibfluss zu kommen und mit dem Thema etwas zu experimentieren. Das führt oft zu tollen Ergebnissen – trau Dich!

Eine gute und sinnvolle Kombination verschiedener Schreibtechniken bringt Dich am Besten zum Ziel!

Drauflosschreiben oder Flow-Schreiben

Bei der Schreibtechnik „Drauflos-Schreiben/Flow-Schreiben“ schreibst Du einfach los. Du überlegst nicht lange, Du korrigierst dich nicht, Du schreibst einfach alles auf, was Dir gerade in den Sinn kommt.

Wahrscheinlich wird dies nicht der Text werden, der so nachher genau so in Deiner Dissertation zu finden sein wird. Das ist okay, denn fast 50% des Schreibens besteht aus der Überarbeitung. Frag doch mal eine Promotionsbetreuung oder andere Professor*innen wie sie schreiben – ich wette, dass kaum jemand direkt die Endversion schreibt.

Hilfreich ist diese Strategie, wenn Du Dich in ein Thema „Einschreiben“ möchtest, wenn Du einfach mal alle Gedanken zu einem Thema fließen lassen möchtest. Dabei ist es wahrscheinlich, dass Du neue Gedanken während des Schreibens entwickelst und Dein Thema auch schreibend weiter voranbringst. Wenn Du diese Strategie oft anwendest, trainierst Du das Schreiben an sich und es gelingt Dir künftig schneller, einfach loszuschreiben und dabei zu bleiben.

Bei dieser Schreibtechnik solltest Du nicht überlegen, ob das jetzt gut ist was du schreibst, ob das Sinn macht oder was jetzt wohl die anderen von Dir denken. Nimm Dir einfach einmal eine begrenzte Zeit z.B. 30 Minuten dafür. Und gib nicht auf, falls das nicht sofort klappt!

Da Du alles, was Du mit dieser Strategie geschrieben hast, immer nochmal überarbeitest bzw. im Laufe der Promotion sogar mehrmals überarbeitest, bekommst Du später ein gutes Ergebnis. Du musst Dich einfach nur trauen, draufloszuschreiben.

Textteile-Schreiben oder Patchwork- Schreiben

Bei der Schreibtechnik „Textteile-Schreiben/Patchwork- Schreiben“ schreibst Du entlang Deiner Gliederung einzelne Textteile. Dabei  muss  hierbei keine Reihenfolge eingehalten werden. So kannst Du zum Beispiel die Einleitung zum Schluss schreiben oder einzelne Kapitel später schreiben. Es werden also immer nur einzelne Module geschrieben.

Diese Technik eignet sich gut, wenn Du noch nicht alle Teile deiner Forschung zusammen hast und trotzdem schon mit dem Schreiben beginnen möchtest. Ein Problem kann natürlich sein, dass sich später noch etwas ändert und der Text nicht mehr zusammenpasst. Da Du später wahrscheinlich sowieso noch die Übergange zwischen einzelnen Textteilen glättest, ist das nicht so schlimm. Für diese Technik ist ein gutes Text-Management wichtig, bei dem Du dir notierst, z.B. in der Gliederung, was Du wo geschrieben hast.

Setze heute ganz bewusst zwei unterschiedliche Strategien ein:

Das Planen und das Drauflosschreiben/Flow-Schreiben

Planen: Erstelle eine Tabelle und schreibe in die erste Spalte die Überschrift Deiner jeweiligen Kapitel (falls Du noch nicht alle Gliederungspunkte hast, lass ein bisschen Platz). Schreibe in eine zweite Spalte, welche Funktion dieses Kapitel, bzw. dieses Unterkapitel in Deiner Dissertation übernimmt. Überlege, warum dieser Punkt in Deiner Dissertation wichtig ist und welche Absicht Du mit diesem Kapitel, bzw. Unterkapitel verfolgst. Es könnte sein, dass Du zu etwas hinführst, dass Du etwas belegen möchtest, dass Du bestimmte Probleme aufzeigst oder etwas mit einer Theorie untermauerst, interpretierst oder reflektierst usw..
Möglicherweise dauert diese Aufgabe länger als zwei Stunden. Das macht nichts, entweder verlängerst Du, oder machst später weiter. Vielleicht ist es sogar so, dass Du noch gar nicht alles planen kannst. Dann plane zunächst die Teile, die Du planen kannst. Dieser Plan hilft, dass Du Dich bis zum Abschluss der Dissertation orientieren kannst – vorausgesetzt, dass Du ihn stetig aktualisierst.

Hier kannst Du Dir die Schreib-Übersichts-Tabelle herunterladen:

pdf download
doc download

Hier auch ein Schreib-Plan für die kumulative Promotion:

Drauflos-Schreiben/Flow-Schreiben – so gehts: Du schreibst auf ein leeres Blatt eine Überschrift, beispielsweise die Überschrift eines Kapitels, eines Unterkapitels oder eines Absatzes. Dann nimmst Du Dir einige Minuten Zeit und schreibst einfach drauflos. Während des Schreibens verbesserst Du nichts, sondern schreibst einfach weiter. Wenn Du an eine Stelle kommst, an der es gar nicht weitergeht, liest Du dir noch einmal die Überschrift durch, machst einen kleinen Absatz und schreibst dort wieder los. Schreibe einfach weiter – ohne Dich zu fragen, ob das, was du schreibst gut ist. Wichtig ist, dass Dir das Schreiben Spaß macht. Wenn Du Dir erlaubst, einfach drauflos zu schreiben und Dich nicht so schnell selbst kritisierst, wirst Du eine gute Erfahrung machen können. Wenn alles gut läuft, schreibe ruhig 10-15 Minuten – wenn es nicht gut läuft, mach nach 5 Minuten Schluss und versuche es später noch einmal.

Du kannst das freie Schreiben dann noch fokussieren: In einem nächsten Schritt liest Du Dir das Geschriebene noch einmal durch und markierst für Dich, was Dir besonders gut gefällt, oder was ausbaufähig ist und was Dich auch zu neuen Ideen führt — im Prinzip markierst Du alles, was Dir auffällt. Hilfreich ist es hier, verschiedene Farben oder Symbole zum Markieren zu nutzen. Und dann überlegst Du, wie Du das, was Du geschrieben hast, weiterverwenden kannst: Vielleicht hast Du neue Erkenntnisse gewonnen, vielleicht hast Du eine Idee bekommen, die Du dann weiter verfolgen kannst. Und vielelicht hast Du auch gemerkt, wie schnell Du eigentlich Text produzieren kannst.

Wenn das freie Schreiben das erste Mal noch gar nicht funktioniert hat, gibt nicht auf. Dann machst Du es eben nochmal. „Dran bleiben“ ist der Tipp für Deinen Schreib-Erfolg!

Der Online-Coaching Kurs Projekt Promotion startet 13. Februar 2017! Bist Du schon angemeldet?

Hier kannst Du Dir ein Video zum Projekt Promotion (Kursstart 13.02.) anschauen:

Exklusiv können zehn promovierende Mitglieder der Bauhaus Research School kostenlos an diesem Online-Kurs teilnehmen.
Für die Teilnahme ist eine Bewerbung notwendig.
Bitte sende ein Bewerbungsschreiben per e-Mail an: research-school@uni-weimar.de

Zum Weiterlesen:

Wie kommt man eigentlich mit einem Studium und einer Promotion in den Sozialwissenschaften/ Fachrichtung Soziologie zu BMW in München und wie nutzt einem die Promotion außerhalb der Hochschule? Das habe ich Herrn Dr. Josef Köster, Teamleiter Kundensegmentierung, Customer Foresight und Innovationsstudien BMW Group München, Deutschland, gefragt: Link zum Artikel

Die Frage der Fragen am Ende der Promotionszeit – zumindest für einige Promovierende, denn in manchen Fachdisziplinen wird Wert daraufgelegt, die Dissertation in einem für das Fach renommierten Verlag zu veröffentlichen, zumindest wenn die Promovierende noch eine wissenschaftliche Karriere, also eine Professur anstrebt.
Link zum Artikel

Literatur, Links, FAQs usw.

Literaturempfehlungen:
Weiterführende Literatur:
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Zum Weiterlesen

Buchbesprechung:
Lost in Structure. Abbruchgedanken von
Nachwuchswissenschaftler/Innen in  strukturierten
Promotionsprogrammen Link zum Artikel

Buchbesprechung:
Tipps und Tricks bei Schreibblockaden

Link zum Artikel